Advents-Special: Community-Mitglied Silvia und das doppelte Weihnachten

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<p>Die Feiertage rücken näher, und manch eine(r) klagt über den berüchtigten Weihnachtsstress. Kaum auszudenken, wie es wäre, das Fest gleich zweimal zu feiern! Wie das geht, erzählt unser <a href="https://www.paulaschoice.de/de/paulas-choice-insider/werde-teil-der-paulas-choice-community.html">Community</a>-Mitglied Silvia – und gibt uns dazu noch tolle Einblicke in serbische Weihnachtstraditionen.</p> <hr /> <p>„Bei uns ist der Dezember der stressigste Monat überhaupt. Mein Mann ist katholisch, ich orthodox – deshalb feiern wir fast alles doppelt. Nikolaus feiern wir einmal am 6.12 (hier wird man mit viel Schoki beschenkt) und ein zweites Mal am 19.12 (hier ist alles vegan, weil Fastenzeit ist), und Weihnachten am 24.12 und am 7. Januar.“</p> <h2>Verschiedene Feste, verschiedene Rituale</h2> <p>„Am 24.12. kocht mein Mann traditionell. Wie bei vielen in Deutschland gibt es eine Gans oder einen Braten und Freunde und Familien kommen zu uns zu Besuch. Am zweiten Heiligabend am 6. Januar sind wir immer zuerst nachmittags in der Kirche und anschließend bei meiner Familie.&#8221;</p> <p><em>Das Essen spielt auch beim orthodoxen Weihnachtsfest eine große Rolle. Allerdings sieht es anders aus, als die meisten es hierzulande kennen: </em></p> <p>&#8220;Bei uns beginnt die Fastenzeit 6 Wochen vor Weihnachten, und auch am 6. Januar wird noch gefastet. Das bedeutet, das Menü ist immer vegan – die einzige Ausnahme ist Fisch, der ist erlaubt. Am 7. Januar gibt es dann Spanferkel oder Braten. An diesem Tag stehen verschiedene Rituale im Vordergrund: Kirche, Kerzen anzünden, den <em>Badnjak</em> verbrennen und einen neuen besorgen, und das Essen mit der <em>Bozicna Cesnica</em>.“</p> <h2>Ein Weihnachtsbrot mit Überraschungen</h2> <p>„Die <em>Bozicna Cesnica</em> ist ein serbisches Weihnachtsbrot, das man selbst backt. In dem Brot werden kleine Dinge in Alufolie verpackt versteckt. Das Brot wird nicht geschnitten, sondern gebrochen, und wer dabei etwas findet, wird im kommenden Jahr damit gesegnet. Ein Geldstück steht zum Beispiel für Geld, Getreide steht für eine gute Ernte, Salz dafür, dass man es ein wenig schwer haben wird, Zucker für ein süßes Leben, eine Walnuss bedeutet Reichtum. Übrigens: Wenn niemand im ersten abgebrochenem Stück das Geldstück oder die anderen versteckten Dinge findet, bleiben sie quasi im Haus : )“</p> <h2>&#8220;Alle Serben haben einen Badnjak zuhause&#8221;</h2> <p>„Der <em>Badnjak</em> ist eine ganz junge Eiche. Er steht symbolisch für das Holz, das die Hirten gebracht haben und mit dem Joseph ein Feuer gemacht hat, um den Stall zu wärmen, in dem Jesus geboren wurde. Er symbolisiert aber auch das Holz, aus dem das Kreuz Jesu gemacht wurde. Die Serben haben alle einen <em>Badnjak</em> zuhause, das ganze Jahr über. Am Heiligabend am 6. Januar wird er traditionell ins Lagerfeuer geworfen und ein neuer für das kommende Jahr besorgt.“</p> <h2>Die Geschenke werden aufgeteilt</h2> <p>„Mein Mann und ich sind im ehemaligen Jugoslawien zur Zeit des Kommunismus groß geworden. So etwas wie Wunschzettel gab es nicht; die Kinder bekamen an Silvester Pakete mit Süßigkeiten und Obst.</p> <p>Unsere Kinder stecken ihren Wunschzettel dem Nikolaus in den Stiefel und stellen die Stiefel vor die Haustür. Am nächsten Morgen sind die Stiefel prall gefüllt und der Zettel ist weg. Den Großteil der Geschenke gibt es dann am 24.12. und am 7. Januar nochmal eine Kleinigkeit.“</p> <hr /> <p><em>Vielen Dank für diesen spannenden Ausflug in serbische Traditionen, liebe Silvie! Wir wünschen dir und allen unseren LeserInnen ein tolles und vor allem stressfreies Weihnachtsfest und einen guten und gesunden Start ins neue Jahr! Bei Instagram findet ihr Silvia unter <a href="https://www.instagram.com/lemonhoneyandginger/">lemonhoneyandginger</a>.</em></p>