Schwangerschaft & Hautpflege: welche Produkte sind sicher?

Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit für Frauen, bedeutet aber auch gesundheitliche Herausforderungen für Baby und werdende Mutter. Dies beinhaltet einen bewussten Umgang damit, was gegessen werden darf und was nicht, welche Medikamente eingenommen werden dürfen und welche nicht, und was man angesichts der körperlichen Veränderungen, die vor sich gehen, tun und unterlassen sollte. Schwangere fragen sich auch, welche Hautpflegeprodukte bedenkenlos verwendet werden können – genau dabei können wir helfen!

Da manche Inhaltsstoffe – verschreibungspflichtige, aber auch andere Hautpflegeprodukte – nach dem Auftragen von der Haut aufgenommen werden, muss man wissen, welche Produkte während der Schwangerschaft sicher sind und welche gemieden werden sollten.

Obwohl Sie immer Rücksprache mit Ihrem Hausarzt halten sollten, gilt generell, dass die meisten Hautpflegeprodukte wie z.B. Gesichtsreiniger, Gesichtswasser, Feuchtigkeitscremes, Augencremes, Peelings und Lippenbalsam, die ohne rezeptfreie Inhaltstoffe gemäß der FDA auskommen, bedenkenlos während der Schwangerschaft verwendet werden können. Allerdings gilt für Inhaltsstoffe aus verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Hautpflegeprodukten etwas Anderes. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie Sie in diesem Zusammenhang fundierte und informierte Entscheidungen treffen können.

Zur Verwendung von Hautpflegeprodukten während der Schwangerschaft

Wir werden oft gefragt, ob die Verwendung von Produkten, die Benzoylperoxid, hautaufhellende Inhaltsstoffe, Sonnenschutzwirkstoffe oder Sacicylsäure enthalten, während der Schwangerschaft und des Stillens sicher ist. Leider beantworten viele Ärzte diese Fragen nicht eindeutig und lassen werdende Mütter damit frustriert und verwirrt zurück. Wir haben das American College of Obstetricians and Gynecologists (Amerikanische Hochschule für Geburtshelfer und Gynäkologen) konsultiert und sie zu den Produkten befragt, zu denen wir am häufigsten Anfragen bekommen. Ihre Antworten waren folgende:

  • Hautaufheller sind während der Schwangerschaft und des Stillens am besten zu vermeiden.
  • Benzoylperoxid ist ein ausgezeichneter Inhaltsstoff gegen Hautunreinheiten und wird in geringer Konzentration (5% oder weniger) als sicher während der Schwangerschaft eingestuft.
  • Verschreibungspflichtige topische Antibiotika gelten als sicher während der Schwangerschaft.
  • Sacicylsäure (BHA) ist ein hochwertiges Hautpeeling, welches in hoher Konzentration bei professionellen Peelings ein Risiko während der Schwangerschaft darstellen kann. Ein geringer Prozentsatz (2% oder weniger) in Hautpflegeprodukten wird jedoch als sicher angesehen. Alternativ können Sie auch Peelings auf Basis von Glykolsäure oder Milchsäure (AHA) während der Schwangerschaft verwenden.
  • Sonnenschutzwirkstoffe, so wurde in Studien gezeigt, scheinen kein Risiko während der Schwangerschaft darzustellen. Obwohl einige wenige Randgruppen in den Medien fälschlicherweise das Gegenteil behaupteten, konnte das American College of Obstetricians and Gynecologists diese Befürchtungen in Bezug auf Sonnenschutzwirkstoffe auch nach medizinischen Forschungen nicht bestätigen. Daher wird die Verwendung eines täglichen Sonnenschutzes von Dermatologen ausdrücklich empfohlen. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Haut während der Schwangerschaft empfindlicher ist, sollten Sie erwägen, einen Sonnenschutz mit sanften mineralischen Substanzen wie z.B. Titandioxid und/oder Zinkoxid zu verwenden.

Pflegen Sie Ihre Haut während der Schwangerschaft

In Anbetracht der oben genannten Einschränkungen fragen Sie sich vielleicht nun, wie Sie Ihre Hautpflege während der Schwangerschaft am besten gestalten können. Keine Sorge: es gibt Behelfslösungen, wie Sie Ihre Haut gut pflegen können und trotzdem gleichzeitig guten Gewissens sein können, dass Ihr Baby sicher ist. Hier haben wir für Sie zusammengestellt, was Sie tun können, je nach Ihrem Anliegen (und natürlich sollten Sie unsere Empfehlungen mit Ihrem Hausarzt besprechen):

Braune Flecken (Hyperpigmentierung) während der Schwangerschaft:

  • Wenn Peeling Produkte regelmäßig angewendet werden, kann dies dabei helfen, braune Flecken zu mindern. Peelings sind dabei eine Option, aber sie sind weniger wirksam als ein Chemical-Peeling wie z.B. AHA oder BHA. Probieren Sie mal die AHA Body Lotion.
  • Verwenden Sie stets einen Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 25, jeden Tag und ohne Ausnahme! Aufgrund seiner sofortigen Wirkung nach dem Auftragen ist ein Sonnenschutz auf mineralischer Basis bestens geeignet, um braunen Flecken vorzubeugen und diese zu vermindern. Da viele Grundierungen und Kompaktpuder bereits mineralische Sonnenschutzinhaltsstoffe enthalten, können Sie beim Auftragen von Make-up so auch gleich Sonnenschutz in Ihre Pflegeroutine aufnehmen. Vergessen Sie nicht, täglich, ob bei Sonne oder Regen, einen Sonnenschutz zu verwenden und tragen Sie ihn großzügig auf!
  • Befragen Sie Ihren Hausarzt zu Azelainsäure. Es handelt sich um eine topische Medikation, die als sicher während der Schwangerschaft gilt. Gute Forschungen haben gezeigt, dass es braune Flecken mindern kann.

Schwangerschaftsstreifen

  • Schwangerschaftsstreifen entstehen aufgrund der temporär extrem starken Dehnung und Weitung der Haut während oder nach der Schwangerschaft. Die extreme Dehnung verursacht eine Schädigung oder einen Riss der stützenden Hautstruktur aus Kollagen und Elastin (vor allem Elastin, verantwortlich für die Spannkraft der Haut).
  • Dehnungsstreifen scheinen zudem genetisch bedingt, da manche Frauen sie bekommen und andere nicht, jedoch ist nicht klar, warum das so ist.
  • Die Behandlung von Schwangerschaftsstreifen ist eine der problematischsten Hautpflegeanliegen, da es keine kosmetischen Inhaltsstoffe oder Produkte gibt, die diese wirklich verringern können.
  • Das Einmassieren Ihrer Haut mit einem Serum oder Pflanzenöl ohne Duftstoffe während der Schwangerschaft kann Ihre Haut geschmeidiger machen und so die Wahrscheinlichkeit potentieller Dehnungstreifen verringern.
  • Nach der Entbindung und der Stillzeit können zudem verschreibungspflichtige Retinoide Schwangerschaftsstreifen lindern.
  • Andere medizinisch-kosmetische Korrekturbehandlungen (wiederum nach der Entbindung und Stillzeit) sind beispielsweise: IPL (Intense Pulsed Light/intensiv gepulstes Licht) oder PDL (Pulsed Dye Laser, gepulster Farbstofflaser) Behandlungen, Trichloressigsäure, (TCA), Hydroxycarbonsäure oder Beta-Hydroxysäure Peelings.

Rosazea während der Schwangerschaft

  • Topische antibiotische Nitroimidazole-Medikationen gelten als sicher während der Schwangerschaft.
  • Azelainsäure hilft gegen Akne und braune Flecken, wird aber manchmal auch als wirksam bei der Linderung von Rosazea genannt. Ihre Verwendung ist während der Schwangerschaft unbedenklich. Für Rosazea-empfindliche Haut wird ein sanfter, mineralischer Sonnenschutz mit Titandioxid und/oder Zinkoxid empfohlen, ungeachtet ob jemand schwanger ist oder nicht. Für einen besonderen Schutz können Sie auch eine Grundierung oder getönte Feuchtigkeitscreme auf mineralischer Basis verwenden.

Anti-Aging / Falten während der Schwangerschaft

  • Vermeiden Sie verschreibungspflichtige Retinoide und rezeptfreie Produkte mit Retinol aufgrund ihrer Verwandtschaft mit verschreibungspflichtigen Retinoiden. Wenn Sie diese Art von Produkte normalerweise verwenden, sollten Sie erwägen, stattdessen ein Anti-Aging Serum zu verwenden, welches kein Retinol enthält.
  • Es bestehen keine nachgewiesenen Bedenken bei der Verwendung von „cosmeceutical“ Inhaltstoffen (medizinische Pflegeprodukte) wie z.B. Vitamin C, Niacinamid, Peptide und andere Arten von Antioxidantien, sowie zellvermittelnden Inhaltsstoffen während der Schwangerschaft.
  • Die andauernde Verwendung von Hautpflegeprodukten, die mit Antioxidantien und hautreparierenden Inhaltsstoffen versehen sind, wird ausdrücklich empfohlen, aber auch hier sollten Sie mit Ihrem Hausarzt Rücksprache halten und letztlich seinem oder ihrem Rat folgen.

Auch wenn die obigen Informationen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sollten Sie Ihnen eine Vorstellung davon geben, was während der Schwangerschaft verwendet werden kann und was vermieden werden sollte. Wichtig zu wissen ist, dass Sie Ihre Hautpflegeansprüche auch während der Schwangerschaft erfüllen können; etwas, dass Sie hoffentlich ein wenig beruhigen wird! Grundsätzlich gilt, dass Sie immer auch Ihren Hausarzt konsultieren sollten, falls Sie rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Kosmetikprodukte während der Schwangerschaft oder während der Stillzeit verwenden wollen.

Quellen: Canadian Family Physician, June 2011, S. 665-667; Precarie International, June 2005, S. 100-101; American Journal of Clinical Dermatology, Volume 4, Issue 7, 2003, S. 473-492; Teratology, May 2001, S. 186-192; und www.fda.gov.

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