Cellulite: Was hilft und was hilft nicht?

Nicht nur die Kosmetikindustrie, sondern auch viele Beautysalons, Fachärzte und andere Anbieter von Schönheitsbehandlungen, bieten zahlreiche Methoden an, mit denen die unschönen Stellen bei Cellulite bekämpft werden sollen. Aber bringen diese Behandlungen wirklich den gewünschten Erfolg?

Bedauerlicherweise leiden die meisten von uns (von uns Frauen wohlgemerkt) mehr oder weniger an Cellulite/Cellulitis/Orangenhaut. Statistiken haben leider auch gezeigt, dass mehr als 85% der Frauen mit der Problematik dieser unansehnlichen Dellen auf den Oberschenkeln zu kämpfen haben, ganz unabhängig von ihrer Herkunft (obwohl gesagt werden muss, dass es bei hellhäutige Frauen und Asiatinnen vermehrt vorkommt). Cellulite entsteht durch Einlagerung von zu viel Fettgewebe in der Unterhaut und äußert sich in einem sehr unschönen und dellenförmigen Erscheinungsbild. Cellulite wird u.a. auch durch die Östrogenproduktion beeinflusst. Übergewicht ist nicht immer die Ursache von Cellulite. Jedes Gramm Fett (und wir brauchen viel Fett in unserem Körper, um gesund zu bleiben) kann auf den Oberschenkeln einer Frau in Form von Cellulite sichtbar werden, daher kommt es auch häufig vor, dass sehr schlanke Frauen an Cellulite leiden

Die Kosmetikindustrie, Ärzte und Schönheitsspezialisten sind natürlich daran interessiert, Behandlungen gegen Cellulite möglichst erfolgreich zu verkaufen. Diese teilweise sehr kostenintensiven Behandlungen werden damit beworben, dass sie das Fett an Oberschenkeln und am Gesäß förmlich wegschmelzen und die Dellen verschwinden lassen können. Es werden speziell gegen Cellulite die unterschiedlichsten Anwendungen, Produkte und wundersamsten Behandlungen wie spezielle Schwämme, Wunderzutaten, spezielle Massagehandschuhe, Kräuterzusätze, Vitamine, Mineralien, Badeöle, spezielle sehr enge Leder- und Latexhosen; Bürsten, Roller, Body Wraps, hautstärkende Lotionen, elektrische Muskelstimulation, vibrierende Geräte, aufblasbare Kompressionsstiefel, die bis zu den Hüften gehen; Hormon- oder Enzyminjektionen, so wie Massagen und andere sonderbare Behandlungsformen werden zahlreich vermarket.

Obwohl das Angebot von Produkten gegen Cellulite immer größer wird, gibt es noch immer wenige ernstzunehmende Studien, die tatsächlich nachweisen können, was wirklich gegen Cellulite hilft. Und so werden mit unwahren oder schlichtweg falschen Studien leider immer wieder massenhaft Fehlinformationen gestreut um Behandlungen und Produkte gegen Cellulite möglichst erfolgreich an die Frau zu bringen. Und da Cellulite für viele so frustrierend ist, ist es manchmal schwierig, diesen (leeren) Versprechungen zu widerstehen. Das Business mit diesen angeblichen Wundermitteln boomt und alleine die Vorstellung, dass das ein oder andere Mittel doch vielleicht Wunder bewirken könnte, lässt viele Frauen tief in die Tasche greifen. Und so missbraucht die Kosmetikindustrie in großem Maße das Leid der betroffenen Frauen.

Mythos entlarvt

Sich durch ein Wirrwarr an irreführenden Informationen über Cellulite zu bahnen und dabei Fakten von Mythen zu unterscheiden, ist nicht einfach, aber es gibt zum Glück auch gute Neuigkeiten: Es gibt Behandlungen, die ein wenig helfen können. Die schlechte Nachricht ist, dass selbst diese Behandlungen nur sehr eingeschränkt in der Lage sind, wirklich sichtbare Veränderungen und Verbesserungen zu bewirken. Aber eine kleine Verbesserung ist eben besser als gar keine. Daher haben wir hier eine Übersicht für Sie zusammengestellt, die Ihnen die Fakten und Mythen zur Bekämpfung von Cellulite etwas näher bringen soll.

Männer haben keine Cellulite
Bis auf wenige Ausnahmen ist das tatsächlich so. Frauen leiden wesentlich öfter unter Cellulite als Männer, vor allem an den Oberschenkeln und am Po. Die Haut bei Männern ist einfach deutlich fester und dicker als die von Frauen. Außerdem liegen die männlichen Problemzonen eher im Bereich um den Bauch als an den Beinen und so sind bei Frauen durch die wesentlich dünnere Haut die Fettpölsterchen deutlich sichtbarer und auch die Unterhaut ist nicht so stabil und reißt leichter. Das sind leider ideale Voraussetzungen, dass sich Cellulite deutlich abzeichnet. Es gibt auch Männer, die manchmal unter Cellulite leiden, allerdings passiert das statistisch gesehen wesentlich seltener als bei Frauen.

Wasser trinken hilft
Wenn Wasser trinken wirklich so gut gegen Cellulite helfen würde, dann wäre es nicht mehr notwendig, so zahlreich Behandlungen und andere Mittel gegen Cellulite anzubieten und niemand müsste mehr unter diesen Beschwerden leiden. Viel Wasser trinken ist natürlich nie schlecht (obwohl es keine Untersuchungen dazu gibt, was denn genau die perfekte Wassermenge für den täglichen Bedarf wäre und wieviel Wasser gut und wie wenig Wasser schlecht ist), aber es wissenschaftlicht nicht nachgewiesen, dass das reine Trinken von viel Wasser auch nur irgendeinen Einfluss auf die Fetteinlagerungen des Körpers hat und Cellulite dadurch reduziert werden könnte.

Die Theorie, dass ausreichend Wasser trinken gut für einen ist, basiert auf dem Gedanken, dass wir täglich mindestens 2 Liter Flüssigkeit zu uns nehmen sollten, da der Großteil unseres Körpers aus Wasser besteht (50 – 70% unseres Gesamtgewichts, also ca. 42 Liter), sowie Blut, Muskeln, Gehirn, Knochen (also zu 85, 80, 75 und 25%). Aber diese Theorie ist wissenschaftlich nicht fundiert und ist außerdem eine nicht ganz logische Schlussfolgerung: Es ist so, als würde man behaupten, dass Autos mit Benzinmotoren immer einen vollen Tank haben sollten, um möglichst effizient fahren zu können.

Die Einlagerung von zu viel Wasser im Gewebe verursacht Cellulite
Es ist ein wenig ironisch, dass zu wenig Wasser im Körper als mögliche Ursache für Cellulite angesehen wird und dass das Gegenteil – also zu viel Wasser im Gewebe – auch als mögliche Ursache für Cellulite gesehen wird. Es gibt zu diesem Thema viele Spekulationen, wieviel Wasser im Körper optimal ist, wann es zu wenig ist und wann zu viel und dass zu viel Wasser im Gewebe Cellulite fördert. Es gibt allerdings keine Untersuchung, die diese Theorie stützt. Fettzellen enthalten lediglich etwa 10% Wasser. Die Behauptung, dass das VVerringern des Wasseranteils in Fettzellen irgendeinen positiven Einfluss haben soll, wurde nicht nachgewiesen. Es stimmt zwar, dass zu viel Wasser im Gewebe einen aufgedunsen aussehen lassen kann und einem das Gefühl gibt, dass man eventuell an Gewicht zugenommen hat, allerdings hat der Wasserhaushalt des Körpers keinen Einfluss auf das Aussehen von Orangenhaut.

Bestimmte Diäten schaffen Abhilfe
Eine gesunde Diät legt den Fokus darauf, Gewicht zu verlieren und kann dafür sorgen, dass Sie sich insgesamt gesünder und besser fühlen und mit Ihrem Aussehen wieder zufriedener sind. Aber da Übergewicht nicht die Hauptursache für Cellulite ist, wird auch eine Diät kaum etwas an der Hautstruktur Ihrer Oberschenkel ändern können, Dabei ist es genau die Hautstruktur, die die Beine so unschön aussehen lässt. Bei manchen Frauen ist zu beobachten, dass sich bei einer Gewichtszunahme die Anzeichen von Cellulite verschlimmern. In diesen Fällen kann eine Gewichtsabnahme durchaus auch gute Ergebnisse liefern. Manchmal ist aber eben auch gar kein Unterschied sichtbar.

Cellulite ist anderes Fett als das Körperfett
Es gibt viele Theorien darüber, dass das Fett, das für Cellulite verantwortlich ist, anders ist, als das übrige Körperfett. Es gibt aber keine Studie, die bestätigen kann, der Fall ist. Die meisten Untersuchungsergebnisse haben allerdings eines gemeinsam: sie zeigen deutlich, dass Cellulite einfach Fettgewebe ist. Und auch, wenn sich das von Cellulite betroffene Fettgewebe anders ansammelt, ist das für Cellulite verantwortliche Fettgewebe unterscheidet es sich nicht vom Körperfett.

Sport hilft
Sport in Maßen ist immer gut und zwar für Ihren gesamten Körper. Es hat aber nur bedingt Einfluss auf das Aussehen von Cellulite. Sport stärkt zwar die Muskulatur, aber nicht die Struktur der Haut. Somit hat Sport auch keinen Einfluss auf die Stellen, an denen sich das so ungeliebte Fett absetzt. Also mit anderen Worten: Sie können mit Sport zwar abnehmen, aber bestimmte Fettablagerungen im Körper damit leider trotzdem nicht beeinflussen.

Entgiften hilft gegen Cellulite
Den Körper entgiften bedeutet, dass Schadstoffe, die durch äußere Einflüsse, durch eine bestimmte Ernährung oder bei der Verdauung im Körper zurückgeblieben sind, wieder entfernt werden sollen. Das Konzept des „Entgiftens“ wird in vielen Medien gepriesen und auch beworben. Dabei gibt es auch hierzu keinerlei Untersuchungen, die beweisen, dass eine solche „Entgiftung“ überhaupt notwendig oder auch möglich ist. In wissenschaftlichen Kreisen wird der Begriff der „Entgiftung“ an der Tatsache festgemacht, einen Prozess zu finden, der Zellschäden minimieren soll, in erster Instanz durch Antioxidantien oder Enzyme, die dafür sorgen, dass Zellen vor freien Radikalen geschützt werden und sich normal entwickeln können. Hier besteht Einigkeit, dass Antioxidantien oder Enzyme gut sind für den Körper. Ob das allerdings Cellulite verbessern bzw. verschwinden lassen kann, ist nicht bekannt, da die Hautstruktur und die betreffenden Fettansammlungen ja nicht durch Giftstoffe im Körper verursacht werden. Außerdem gibt es keine Untersuchungen, die bestätigen, dass Toxine Einfluss auf die Gewebe- bzw. Fettstruktur der Haut haben.

Was wir wissen

Es gibt 3 wichtige Theorien zur Entstehung von Cellulite:

  • Cellulite entsteht aufgrund der speziellen Struktur der weiblichen Unterhaut.
  • Die Unterhaut der Oberschenkel ist zu dünn und die Struktur zu schwach, um straff zu bleiben und so ist die darunterliegende Fettschicht deutlicher sichtbar.
  • Veränderungen im Gefäßsystem und das Entstehen von Entzündungen können sich negativ auf die Hautstruktur auswirken und lassen Cellulite sichtbar werden.

Die meisten der angebotenen Produkte gegen Cellulite sind Lotions oder Cremes, die voller exotisch klingender oder in Labors kreierter Inhaltsstoffe sind. Neben diesen lokal anzuwendenden Stoffen gibt es noch Behandlungen wie Endermologie und Microdermabrasie oder medizinische Behandlungen wie Laserbehandlungen oder Mesotherapie, bei der man wiederholt Injektionen bekommt, die angeblich das Fettgewebe abbauen sollen.

Lotions, Cremes und viele andere Produkte

Die Auswahl an Hautpflegeprodukten ist immens. Erstaunlicherweise enthalten viele der angebotenen Pflegeprodukte selten dieselben Inhaltsstoffe und die Formulierungen fallen ausgesprochen unterschiedlich aus. Muss man den Versprechungen der Werbung Glauben schenken, dann gibt es eine große Anzahl an Substanzen, im Speziellen Substanzen auf pflanzlicher Basis, die angeblich die Fettzellen schrumpfen lassen sollen und/oder die Hautstruktur verbessern können . Aus Untersuchungen jedoch geht hervor, dass es ausgesprochen unwahrscheinlich ist, dass man mit Lotions und Cremes, die für eine rein äußerliche Anwendung geeignet sind, Fett oder Cellulite abbauen kann.

Das Gerücht, dass bestimmte Pflanzen oder pflanzliche Extrakte in der Lage wären, solche Wunder zu vollbringen, hält sich erstaunlicherweise hartnäckig. Dabei ist niemals wissenschaftlich bewiesen worden, dass ein pflanzliches Produkt jemals solche Wunder bewirkt hätte. Auch gibt es keine Richtlinien, die festlegen, welche Formulierung bzw. welche Inhaltsstoffe eine wirksame Substanz haben soll und welche physiochemischen Eigenschaften aktive Inhaltsstoffe haben müssen und ob standardisierte Eigenschaften belegt sein müssen, um ein wirksames Präparat produzieren zu können.

Mesotherapie

Mesotherapie ist eine Behandlungsmethode, bei der mehrmals mit feinen, kurzen Nadeln oder einem speziellen Mesotherapiegerät individuell zusammengestellte Medikamente und Wirkstoffe direkt in die oberste Hautschicht bzw. die Fettschicht im zu behandelnden Bereich injiziert werden.

Entwickelt wurde die Mesotherapie vor über 50 Jahren in Frankreich, als ein Arzt auf der Suche nach einer Behandlungsmethode für einen tauben Patienten war. Die Therapie wurde durch Roberta Flack, einer amerikanischen Soulsängerin bekannt. Nachdem diese die Mesotherapie in den USA in der Sendung 20/20 auf ABC beworben hatte und behauptete, dass sie mithilfe dieser Therapie mehr als 20 Kilo an Körpergewicht verloren hatte. Und dies obwohl sie deutlich erwähnte, dass sie sich dafür auch an eine strikte Diät gehalten und viel Sport getrieben hatte, interessierten sich die Zuschauer nur für den Teil ihrer Aussage, der sozusagen ohne viel Anstrengung für den angeblichen Gewichtsverlust ausschlaggebend war.

Einige der Stoffe, die bei einer solchen Mesotherapie injiziert werden, sind homöopathischen Ursprungs und andere wiederum medizinischen Ursprungs. Auch hier gibt es keinerlei Standards, die festlegen, welche Substanzen Bestandteil einer solchen Therapie sein müssen und der Cocktail der Stoffe, die injiziert werden, variiert sehr stark, je nach Behandlung. Die Tatsache, dass der zu injizierende Stoff nicht konsequent derselbe ist und auch nicht jeder, der diese Behandlungen ausführt immer ausführlich darüber informieren kann, um welche Substanzen es sich dabei handelt, kann man eine solche Behandlung nur sehr schwer bewerten. Eine der Substanzen, die bei einer Mesotherapie am häufigsten eingesetzt wird ist der wasserlösliche Wirkstoff Phosphatidylcholin (PPC), der oft mit Deoxycholat kombiniert wird. Ein paar Studien hierzu haben tatsächlich beweisen können, dass einer dieser Stoffe tatsächlich in der Lage ist, Fett zu reduzieren, wenn er unter die Haut gebracht wird. In der Theorie kann subkutanes Fett bei einer solchen Behandlung aber auch dadurch reduziert werden, dass sich Zellen bei der Behandlung entzünden, absterben und vom Körper resorbiert werden.

Eine Mesotherapiebehandlung ist nicht ganz risikofrei. Eine Untersuchung behauptet, dass Nebenwirkungen wie Erytheme (roter Ausschlag auf der Haut) oder lokale Schwellungen der behandelten Haut auftreten können. Bei einem Follow-Up nach ca. 9 Monaten haben 50% der Patientinnen angegeben, dass der positive Effekt der Behandlung dauerhaft war, 20% teilten mit, dass die Behandlung nur mäßige Ergebnisse gebracht hat und 30% haben keinerlei Verbesserungen bemerkt. Ein anderes Ergebnis dieser Untersuchung hat dazu geführt, dass es wünschenswert ist, zusätzliche Untersuchungen anzustreben, um die langfristigen Nebenwirkungen des Stoffs Phosphatidylcholin besser testen zu können. Patienten müssen sich also bewusst darüber sein, dass sie bei solchen Behandlungen damit rechnen müssen, dass Substanzen, die derzeit bei einer solchen Behandlung eingesetzt werden, noch nicht ausreichend auf ihre Langzeitwirkung und vor allem auf Ihre Sicherheit und Unbedenklichkeit untersucht worden sind und es zu unvorhergesehenen Beschwerden und Symptomen kommen kann. Abgesehen davon, hängt die Entscheidung, ob eine Mesotherapie für Sie die richtige Behandlungsmethode ist, vielleicht auch etwas von Ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Eine solche Behandlung kann teuer werden. Es wird von ca. 10 – 15 Behandlungen ausgegangen und dass ist somit sogar noch teurer als eine mögliche chirurgische Fettabsaugung wäre.

Endermologie

Wenn man nach diesem Begriff im Internet sucht, würde man fast meinen, dass diese Behandlung Cellulite vollkommen verschwinden lassen kann. Ärzte, Wellnesseinrichtungen, Schönheitsspezialisten, also eigentlich fast jeder, der ein wenig Geld in die Hand nimmt, um Werbung in eigener Sache zu machen, möchte, dass Sie diesem Unsinn Glauben schenken.

Die amerikanische FDA (Federal Drug Association) hat dieses Massagegerät, das in den 80er Jahren in Frankreich entwickelt wurde, zugelassen. Das Gerät besteht aus zwei Rollen, mit einer Art Staubsaugeraufsatz, das manuell über die betroffenen Hautstellen geführt wird. Durch den Einsatz dieses Saugaufsatzes soll der Stoffwechsel ordentlich angekurbelt, das Gewebe gut durchblutet und Giftstoffe abtransportiert werden. Es dient zur mechanischen Bindegewebsmassage, also zur „Hautgymnastik". Europäische Frauen leiden übrigens genauso an Cellulite, wie amerikanische Frauen, auch wenn diese im Durchschnitt mehr Gewicht auf die Waage bringen. Aber ein höheres Gewicht bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Cellulite deswegen schlimmer oder sichtbarer wird.

Obwohl zu diesem Thema zahlreiche Aussagen und Versprechungen die Runde machen, dürfen diejenigen, die eine solche endermologische Behandlung durchführen laut FDA-Zulassung lediglich behaupten, dass eine Verbesserung für die Behandlung von Cellulite als „vorübergehende Reduzierung der Sichtbarkeit von Cellulite“ beschrieben werden muss.

Das Wort „vorübergehend“ wird in Werbeanzeigen für solche Behandlungen und auf Webseiten von behandelnden Ärzten natürlich allzu gerne „vergessen“. Diese Behandlung einfach zu versuchen, ohne wirklich zu wissen, ob diese erfolgreich sein wird, kostet viel Zeit und vor allem viel Geld. Es werden 10 – 20 Behandlungen empfohlen und zusätzlich monatlich 1 oder 2 Nachbehandlungen, um die Ergebnisse möglichst langfristig so sichtbar wie möglich zu halten. Die Kosten für eine solche Behandlung variieren sehr stark und hängen ganz von der Praxis bzw. dem ausführenden Institut ab.

Um Endermologie als möglichst effektive Behandlungsmethode gegen Cellulite zu bewerben, wird in diesem Zusammenhang immer wieder gerne bestätigt, dass die FDA das Gerät zugelassen hat und als medizinisches Gerät der „Klasse I“ klassifiziert ist. Das soll dem Patienten also nahelegen, dass dieses Gerät auch die versprochene Wirkung erzielen wird. Und obwohl Endermologie-Geräte tatsächlich den Klasse I Status genießen, bedeutet das nichts anderes, als dass das Gerät als sehr sicher in der Anwendung gilt und von einer Behandlung nur ein minimales gesundheitliches Risiko ausgeht. Dieser Klasse I Status sagt allerdings absolut nichts über die möglichen Ergebnisse der Behandlung aus und außer der Risikobewertung des Geräts wurde keine andere Eigenschaft von der FDA bewertet oder empfohlen. Laut FDA müssen Klasse I Geräte die geringsten Sicherheitsansprüche nachweisen, ausländische Unternehmen müssen Geräte dieser Klasse gar nicht registrieren. Beispiele für Produkte, die dieser Klasse I angehören, sind Gummibänder, Latexhandschuhe und manuell zu gebrauchende chirurgische Instrumente. Die FDA tätigt keinerlei Aussage dazu, wie die Ergebnisse einer Behandlung mit einem Endermologie-Gerät auszusehen haben. Ob ein solches Gerät Schaden anrichten kann, ist zur Gänze abhängig davon, wie „aggressiv“ es bedient wird.

Trotz der fehlenden Anerkennung der Behandlungsmethode durch die FDA werden Sie sicherlich während Ihrer Recherche früher oder später eine Liste von „Untersuchungen“ zu sehen bekommen, die behaupten, dass es Beweise für die positive Wirkung einer solchen Behandlung gibt. Diese „Untersuchungsergebnisse“ wurden allerdings nie in namhaften und renommierten Magazinen oder anderen Medien publiziert oder durch unabhängige Institutionen bestätigt.

Oft betrifft das Vorträge, die auf internationalen Medizinerkongressen gehalten werden. Diese Vorträge sind allerdings nicht mit Tests oder Untersuchungen gleichzustellen und werden im Allgemeinen von den produzierenden oder vertreibenden Firmen finanziert und auch gefördert. Vorträge mit solch positiven Ergebnissen haben nichts mit wissenschaftlichen Standards gemeinsam, auf denen die Ergebnisse von unabhängigen Untersuchungen basieren. Und was Sie auf keinen Fall bei Ihrer Recherche finden werden, sind publizierte Studien dazu, dass solche Endermologie-Geräte bzw. -Behandlungen nachweislich nicht funktionieren.

Trotz all dieser Untersuchungsergebnisse, die sich teilweise erheblich widersprechen, werden Endermologie-Geräte und ähnliche Geräte wie Silhouette SilkLight Subdermal Tissue Massage System von ESC nicht so schnell vom Markt verschwinden. Es ist denkbar einfach, solche Behandlungen anzubieten. Die Nachfrage ist und bleibt da und Frauen sind ständig auf der Suche nach möglichst bequemen und einfachen Lösungen, um ihre Problemzonen loszuwerden. Es gibt bei diesen Behandlungen so gut wie keine gesundheitlichen Risiken und Komplikationen. Das Einzige, was gegen eine solche Behandlung sprechen würde, ist der doch sehr hohe finanzielle Aufwand. Allerdings hindert viele Frauen dieser finanzielle Aufwand scheinbar nicht daran, trotzdem eine solche Behandlung mit unsicherem Ergebnis durchführen zu lassen.

Laser- und Lichtbehandlungen

Schwer im Kommen sind Cellulite-Behandlungen, die mithilfe einer bestimmten Licht- bzw. Lasertechnik durchgeführt werden können. Diese Art der Behandlung könnte in Zukunft wegweisend bei der Bekämpfung von Cellulite sein, allerdings sind noch viele Untersuchungen und Entwicklungen notwendig, um die (langzeit) Auswirkung zu bestätigen und bis es sich auch wirklich lohnt, für eine solche Behandlung viel Geld auf den Tisch zu legen.

Seitdem die FDA das Gerät TriActive Laserdermology von Cynosure zugelassen hat als medizinisches Gerät der Klasse II, um die unschönen Grübchen und Dellen bei Cellulite zu verbessern, gibt es plötzlich viele Hersteller, die an dieser Entwicklung teilhaben wollen. TriActive kombiniert einen Diodenlaser (mit einer Wellenlänge von 810 nm) mit einer lokalen Abkühlung der Haut, einem Vakuumsystem und einer mechanischen Massage (also eine Kreuzung eines Endermologie-Geräts mit einem Laser). Die Intensität der Behandlung kann variieren, besteht aber im Allgemeinen aus einer Behandlungsdauer von insgesamt 2 Wochen mit 3 Behandlungen wöchentlich. Die Klassifizierung als Klasse II Gerät bedeutet, dass der Laser verkauft bzw. in Betrieb genommen werden darf, auch ohne Aufsicht eines Facharztes, was zur Folge hat, dass immer mehr Kosmetiksalons und Wellnesszentren mit diesen Geräten Werbung für Cellulite-Behandlungen machen und mit falschen Versprechungen ihre Behandlungen anpreisen können. Es wird immer wieder gerne „vergessen“, dass eine Verbesserung für die Behandlung von Cellulite als „vorübergehende Reduzierung der Sichtbarkeit von Cellulite“ beschrieben werden muss. Beworben wird die Behandlung aber immer wieder mit einem verträglicheren „vermindert Cellulite“.

Ein anderes Gerät, das durch die FDA genehmigt wurde, ist Vela Smooth (vom kanadischen Hersteller Syneron). Dieses Gerät kombiniert Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von 700 Nanometer mit einer kontinuierlichen Radiowellenfrequenz und einer mechanischen Vakuumpumpe und Massagerollen. Die Empfehlung der Behandlungsdauer liegt bei 2 – 3 x die Woche bei insgesamt 8 – 10 Behandlungen. Für eine der wenigen existierenden Untersuchungen, die die Effizienz dieses Geräts überprüfen sollte, wurde ein Test bei 20 Patientinnen durchgeführt, wobei 18 der 20 Frauen behaupteten, sie hätten von der Behandlung profitiert und es wäre zu sichtbaren Verbesserungen gekommen. Objektive Messungen haben allerdings lediglich eine Abnahme des Umfangs der Oberschenkel von 0,8 cm feststellen können. Diese Ergebnisse sind alles andere als beeindruckend, egal welchen Standard man dieser Messung zugrunde legt. Zu dieser Behandlungsmethode sollte es bessere und umfangreichere Untersuchungen geben, bevor man wirklich das Risiko eingeht, hohe Summen für eine Behandlung auszugeben, von der noch nicht endgültig bewiesen ist, ob diese überhaupt hilft. Schließlich möchte man ja dünnere und glattere Oberschenkel und kein dünneres Portemonnaie.

Elektrische Muskelstimulation (EMS) und Iontophorese Behandlungen

Laut der Organisation quackwatch.com ist Muskelstimulation eine anerkannte Behandlungsmethode, wenn es darum geht, Muskelkrämpfen zu lindern, die Muskelfunktion nach einem Schlaganfall zu verbessern, die Blutzirkulation zu fördern und das Risiko einer Thrombose zu verringern.

Viele Wellnesseinrichtungen und Kosmetiksalons behaupten, dass Muskelstimulation auch Falten verschwinden lassen kann, damit Gesichtsliftings möglich sind, Brüste verkleinert werden können oder man sich so von Cellulite befreien kann. Lontophorese ist eine Technik bzw. ein Verfahren, bei dem mithilfe eines schwachen elektrischen Gleichstroms Arzneistoffe (diese müssen eine elektrische Ladung haben) in die Haut gebracht werden können. Die FDA (Federal Drug Association) sieht das Bewerben dieser Behandlungsmethoden für kosmetische Verbesserungen als sehr kritisch und sogar als Betrug am Kunden an.

Body Wraps

Viele Beauty Salons und Kosmetikexperten bieten Body Wraps als Behandlung an, mit dem Versprechen, Cellulite zu reduzieren, Fettgewebe zu verlieren und abzunehmen. Bei einer Body Wrap Behandlung wird auf die betroffenen Körperstellen zuerst eine „spezielle“ Creme oder Lotion aufgebracht und diese anschließend straff eingepackt. Angeblich soll man durch diese Methode an Körperumfang verlieren und die Cellulite soll förmlich weggepresst werden. Die Kosten einer solchen Behandlung variieren stark, je nachdem welchen Salon man aufsucht und wieviel die Kunden bereit sind, für eine solche Behandlung auszugeben.

Die Informationen zu dieser Art der Behandlung klingen oft so, also könne man die positive Wirkung wissenschaftlich belegen. Fakt ist allerdings, dass die Haut während dieser Behandlung (das können Sie selbst auch einfach mit Plastikfolie versuchen) einfach kurzfristig zusammengedrückt wird und sich dadurch straffer anfühlt, aber dann doch relativ schnell wieder in ihre alte Form zurückkehrt. Wie lange dieser positive Effekt nach einer solchen Behandlung anhält, ist sehr unterschiedlich und ist davon abhängig, wie Ihre Haut darauf reagiert. Es werden oft beeindruckende Ergebnisse geliefert, allerdings resultieren diese daraus, dass winzige Ergebnisse beim angeblichen Verlust des Umfangs oft addiert werden und dann insgesamt zu einer beeindruckenden Zahl addiert werden.

Infomercials, Internet und Marketingagenturen verkaufen mittlerweile Do-it-yourself-Geräte, die angeblich Toxine (Gifte) aus dem Körper entfernen können und Gewebe, das angeblich zu viel Flüssigkeit enthält, einfach „ausdrücken“ können. Man kann aber nicht einfach so Gift oder Wasser aus Zellen drücken. Also in der Theorie wäre es möglich, Zellen so zusammenzudrücken, dass überschüssiges Wasser „herausgedrückt“ werden kann, allerdings wäre der dafür notwendige Druck so hoch, dass die Zelle unwiderruflich geschädigt werden würde, und genau das sollte ja nicht das Ziel sein. Abgesehen davon würde sich das Flüssigkeitslevel in der Zelle nach einer solchen Behandlung durch Homöostase (Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes) sehr schnell wieder auf ein natürliches Niveau erhöhen.

Es gibt keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen, die beweisen, dass die Behandlung mit Body Wraps auch nur irgendeinen positiven Effekt auf die Haut hat. Cellulite und überschüssiges Fett lässt sich mit dieser Methode auf keinen Fall reduzieren.

Pflaster

Die amerikanische Federal Trade Commission (FTC - zu Deutsch etwa „Bundeshandelskommission“) arbeitet weiterhin daran, Hersteller und Vertreiber von Diätpflastern, die mit falschen Versprechungen zu einer angeblichen Gewichtsabnahme beworben wurden, vor Gericht zu bringen. Die FTC beschuldigt den Hersteller dieser Pflaster (Transdermal Products International Marketing Corporation) sowie den Vertreiber (SG Institute of Health & Education) in zwei verschiedenen Gerichtsverfahren, dieses Produkt mit falschen Behauptungen und Versprechen beworben zu haben. Die FTC hat außerdem in beiden Fällen den Hersteller und den Vertreiber verklagt, weile diese mit der falschen Behauptung, dass der angeblich wirksame Inhaltsstoff (Seetang) dieser Pflaster durch die FTC offiziell zugelassen wurde. Dies und die Tatsache, dass das Produkt mit falschen Versprechungen beworben wurde, werden als vorsätzliche Irreführung und Betrug am Kunden geahndet.

Die Angeklagten haben zu ihrer Verteidigung angegeben, dass sie eine oder mehrere irreführende Aussagen im Zusammenhang mit dem Thema Gewichtsverlust getätigt hätten, die angeblich aus der Aufklärungskampagne des FTC aus dem Jahre 2003 stammen. In der „Rote Fahne Kampagne“ des FTC, die aktuell noch immer läuft, werden die Medien und alle anderen, die sich dafür interessieren mit Fakten geschult, Werbelügen zum Thema Gewichtsverlust schneller und besser erkennen und entlarven zu können. Eine der dreistesten Werbelügen zu diesem Thema sind die oben bereits erwähnten Diätpflaster, die angeblich Pfunde purzeln lassen sollen. Aber ebenso gilt das für Cremes, Body Wraps, Gels und andere Produkte, die äußerlich aufgetragen werden und angeblich so vielversprechende Ergebnisse liefern sollen.

Fettabsaugung

Mit Fettabsaugung sollen Fettpölsterchen insgesamt weniger sichtbar gemacht werden, indem überproportionale Fettansammlungen von sogenannten Problemzonen entfernt werden. So wird zwar unliebsames Fett entfernt, dies hat allerdings nicht zwangsläufig zur Folge, dass damit auch die Cellulite verschwindet. Werden an manchen Körperstellen zu große Fettmengen entfernt, kann das oftmals auch dazu führen, dass Cellulite noch sichtbarer wird, da die Haut ihre tragende Struktur verliert, die Elastizität der Haut verloren geht und somit deutliche Dellen unter der Haut in den verbleibenden Fettschichten (es bleibt immer etwas Fett) sichtbar werden können.

Quellen: Cosmetics & Toiletries magazine, Oktober 2004, Seite 49; Dermatologic Surgery, Juli 2005, Seiten 866-872; Journal of Cosmetic Laser Therapy, Dezember 2004, Seiten 181-185; Journal of Applied Physiology, April 2002, Seiten 1611–1618; und Skin Research and Technology, 2 Mai 2002, Seiten 118-124; Journal of Cosmetic Science, November 2005, Seiten 379-393; Journal of Cosmetic Science, März - April 2005, Seiten 105-120; Clinical Dermatology, Juli - August 2004, Seiten 303-309; http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/cellulite.html; British Journal of Plastic Surgery, April 2004, Seiten 222-227; Journal of Endotoxin Research, April 2005, Seiten 69-84 und Journal of Biochemistry; Journal of Cosmetic Laser Therapy, Dezember 2005, Seiten 147-154; Morbidity and Mortality Weekly Report, November 2005, Seiten 1127-1130; http://www.fda.gov/cdrh/pdf3/k030876.pdf; Securities and Exchange Commission Information, http://www.secinfo.com/dsvRx.z4y6.htm; Journal of Cosmetic and Laser Therapy, Juni 2005, Seiten 81-85.

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