Brauchen hellere und dunklere Hauttöne unterschiedliche Hautpflege?

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Maßgeblich für die Farbe deiner Haut ist Melanin. In den meisten Fällen sind die empfohlenen Produkte und Inhaltsstoffe für bestimmte Hautprobleme unabhängig vom Melaningehalt der Haut. Es gibt jedoch einige physiologische Unterschiede, die es zu berücksichtigen gilt und die es Menschen mit einem hohen Melaningehalt ermöglichen, von bestimmten Produkten besonders zu profitieren. In diesem Artikel zeigen wir die beste Hautpflege für dunklere Hauttöne und sagen dir auch, welche Art von Hautpflege universell ist.

Worin ist melaninreiche Haut einzigartig?

Der Ausdruck "Haut mit hohem Melaninanteil" umfasset ein breites Spektrum an Hauttönen. Dermatologische Praxen verwenden häufig die Fitzpatrick Skin Phototype (FST) Skala, um den Melaninspiegel und die Reaktion der Haut auf Sonnenlicht zu kategorisieren. Die Skala beginnt bei FST 1 (sehr helle Haut, die schnell verbrennt und kaum dunkler wird) und endet bei FST 6 (Haut mit dem höchsten Melaningehalt, die zwar einen besseren natürlichen Sonnenschutz hat, aber dennoch eine Creme mit LSF benötigt).

Zu dunkleren Hauttypen werden meist jene zwischen 3 und 6 FST gezählt. Tatsächlich ist die Kategorisierung nicht ganz so einfach, da es natürlich weitaus mehr unterschiedliche Hauttöne auf der Welt gibt (2).

Hier haben wir die häufigsten Hautprobleme aufgelistet, die besonders bei Haut mit hohem Melaningehalt öfter vorkommen:

  • Potenziell hartnäckigere Hyperpigmentierung (Pigmentflecken und ungleichmäßiger Teint) sowie sichtbar bleibende (geschwollene) Narben (3,4,5,6).
  • Stärkere Neigung zu dunklen Ringen um die Augen (7).
  • Geringerer natürlicher Anteil an Ceramiden in der Haut (jene Stoffe, die die Hautoberfläche mit Feuchtigkeit versorgen und geschmeidig halten) (3).
  • Kompakterer Aufbau der Strukturelemente der Haut. DIes kann die Haut widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen wie Luftverschmutzung machen.
  • Das Ausmaß, in dem ungeschützte Sonneneinstrahlung die Haut beeinträchtigt (mehr dazu später) (4).

Unreinheiten und ein ungleichmäßiger Teint bei dunkleren Hauttönen

Dies gehört zu den am besten erforschten Themen in Bezug auf Hautton und Hautpflege. Hormone, Hautverletzungen, Akne-Empfindlichkeit, Sonnenschäden und die Anhäufung abgestorbener Hautzellen sind Faktoren, die einen ungleichmäßigen und/oder fahlen Teint und Pigmentflecken verursachen können.

Diese Hautprobleme treten zwar auch bei hellen Hauttypen auf, allerdings sind sie bei melaninreicher Haut oft hartnäckiger. Was du hier brauchst? Einen kombinierten Ansatz mit verschiedenen Inhaltsstoffen.

Unabhängig vom Hautton ist hier vor allem Azelainsäure unverzichtbar (4,6). Verschiedene Arten von konzentriertem Vitamin C, Arbutin, Bakuchiol, Retinol und Niacinamid sind ebenfalls bewährte Inhaltsstoffe, die den Teint ausgleichen und ebnen können (8,9,10,11,12). Bei der Kombination dieser Superstars musst du dich nicht zurückhalten: Sie wirken alle auf unterschiedliche Weise, um dasselbe Ziel zu erreichen, und bilden zusammen einen tollen Cocktail.

Ein Produkt mit LSF ist in jedem Fall und bei jedem Hautton unerlässlich, um zu verhindern, dass sich ein ungleichmäßiger Teint verschlimmert. Selbst die oben aufgeführten Superstar-Inhaltsstoffe können ihre Wirkung nicht entfalten, wenn du deine Haut nicht vor UV-Strahlen schützt. Verwende daher täglich (!) eine Tagescreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 (12).

Wie entstehen Augenringe?

Menschen mit bestimmten dunkleren Hauttönen neigen häufiger zu Augenringen. Leider sind diese recht schwer in den Griff zu bekommen: Oft handelt es sich hierbei um eine erbliche Veranlagung, weshalb Hautpflegeprodukte möglicherweise nicht helfen können (7).

Unabhängig von deinem Hautton kannst du jedoch verhindern, dass sich deine Augenringe verschlimmern. Wie? Hier haben wir die besten Tipps aufgelistet. Und nicht vergessen: Ein LSF-Produkt ist auch in diesem Fall dein bester Freund!

Wenn deine Augenringe durch die Sonne, also UV-Strahlen, dunkler werden, können die oben genannten Inhaltsstoffe für einen ebenmäßigeren Teint auch hier helfen.

Unreinheiten bei dunklerer Haut

Was Unreinheiten und Akne betrifft, deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass dunklere Hauttöne etwas anders auf Ausbrüche reagieren können (vor allem in Bezug auf die Spuren, die sie hinterlassen). Trotzdem besteht die beste Behandlung hier aus einem sanften Reiniger und Produkten mit Salicylsäure (2,4).

Bei Pickelmalen verfolgst du am besten denselben Ansatz wie weiter oben für einen ungleichmäßigen Teint beschrieben.

Melaninreicher Haut Feuchtigkeit spenden

Ceramide sind natürliche Hautbestandteile, die die Haut gesund und intakt halten, indem sie die Hautbarriere stärken, was wiederum Feuchtigkeitsverlust verhindert. Untersuchungen zeigen, dass dunklere Haut einen niedrigeren Anteil an Ceramiden hat. Deshalb kann sie eher zu Trockenheit und einem fahlen Teint neigen, wenn sie nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird (3).

Wenn die Haut nicht alle natürlichen Substanzen hat, die sie braucht, kannst du ihr sie mit der Hilfe von Hautpflege geben. Feuchtigkeitscremes, Seren und Treatments mit einer Menge Antioxidantien, aufbauenden und regenerierenden Inhaltsstoffen helfen der Haut, einen gesunden Feuchtigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten und beugen Feuchtigkeitsverlust vor.

Für das Gesicht ist eine Creme mit vielen Ceramiden eine gute Lösung, um deine Haut sofort mit Feuchtigkeit zu versorgen, sie zarter und geschmeidiger zu machen. Auch nicht reizende, pflegende Pflanzenöle können einen deutlichen Unterschied machen, etwa Mandel-, Argan-, Borretsch-, Kokos-, Nachtkerzen-, Jojobasamen-, Oliven- oder Färberdistelöl, um nur einige zu nennen.

Für den Körper ist eine reichhaltige, beruhigende Creme ideal, die lang anhaltende Feuchtigkeit spendet. Tipp für die Dusche: Verwende statt austrocknender Seife ein sanftes, feuchtigkeitsspendendes Body Wash Produkt.

Sonnenschutz für dunklere Hauttöne

Je höher der Melaningehalt der Haut, desto besser ist sie vor der Sonne geschützt. Bedeutet das, dass ein LSF-Produkt für dunklere Haut optional ist? Nein. Unabhängig vom Hautton sind Sonnenschäden die Hauptursache von Hautalterung. Bei dunklerer Haut kann es einfach ein wenig länger dauern, bis feine Linien und Falten sichtbar werden (3,4). Das Auftragen einer Tagescreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ist ein Muss für jede Haut, 365 Tage im Jahr.

Der Trick bei einem dunkleren Hautton: Wähle einen Sonnenschutz, der keinen Film hinterlässt. Synthetische Sonnenschutzmittel sind so weit entwickelt, dass es inzwischen vollständig transparente LSF-Produkte gibt. Einen mineralischen Sonnenschutz (der nur Titandioxid oder Zinkoxid enthält) zu finden, der auf dunkler Haut nicht auffällt, ist hingegen eine Herausforderung. Es gibt aber getönte mineralische LSF-Produkte, die geeignet sein könnten.

Die Eisenoxidpigmente, die für die Tönung mineralischer Sonnenschutzmittel verwendet werden, können sogar zusätzlichen Schutz vor freien Radikalen bieten. Ein weiterer Vorteil für alle, die mit Verfärbungen zu kämpfen haben.

Übrigens: Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit dunkleren Hauttönen häufiger einen Vitamin-D-Mangel haben. Die Ursache? Die höhere Menge an Melanin blockiert die UV-B-Strahlen, sodass die Vitamin-D-Produktion gehemmt wird. Hiererfährst du, wie du trotzdem genug Vitamin D bekommst.

Chemische Peelings und Dermabrasion bei dunkleren Hauttönen

Chemische Peelings, Laserbehandlungen oder Dermabrasion erfordern bei dunkleren Hauttönen besondere Vorsicht. Wenn solche Eingriffe zu aggressiv oder ohne Berücksichtigung der korrekten Parameter durchgeführt werden, können dunkle Flecken, dauerhafter Pigmentverlust oder Narbenbildung die Folge sein. Es ist wichtig, einen Dermatologen oder eine Dermatologin zu finden, der oder die sich auf dieses Gebiet spezialisiert und Erfahrung mit dunkleren Hauttönen hat.

Sanftere Peelings für den Hausgebrauch sind eine gute Alternative. Wenn sie richtig formuliert sind und vorschriftsgemäß angewendet werden, können sie bei jedem Hauttyp bedenkenlos verwendet werden.

AHA- und BHA-Exfoliants bei dunkleren Hauttönen

Vielleicht hast du schon einmal gehört oder gelesen, dass Exfoliants, besonders solche mit AHAs wie Glykol- oder Milchsäure, bei dunkleren Hauttönen vermieden werden sollten. Der Grund? Es wird angenommen, dass ihre geringe Molekülgröße zu Hyperpigmentierung bei dunkleren Hauttönen führt. Wir haben umfangreich recherchiert und keinerlei Forschung finden können, die diese Vermutung bestätigt. Vielmehr hat sie gezeigt, dass die regelmäßige Anwendung eines gut formulierten AHA-Exfoliants tatsächlich Hyperpigmentierung bei allen Hauttönen verhindert, solange zusätzlich jeden Tag ein Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 verwendet wird. Ein weiteres Plus: AHA- oder BHA-Exfoliants bekämpfen viele Hautprobleme, die bei dunkleren Hauttypen vermehrt auftreten, wie z. B. ein ungleichmäßiger Hautton oder ein fahler Teint.

Universelle Regeln in der Hautpflege

Studien zeigen, dass es unabhängig vom Hautton am wichtigsten ist, Irritationen zu minimieren (6). Einfach ausgedrückt: Entzündungen machen keine Haut glücklich.

Das bedeutet, dass du Folgendes meiden solltest:

  • Parfümierte Hautpflege (sowohl synthetische als auch natürliche, inklusive ätherischer Öle)
  • Grobe, scheuernde Scrub-Peelings und Reinigungsbürsten
  • Stückseife (sie trocknet die Haut aus, kann die Poren verstopfen und einen fahlen Teint verursachen)
  • Reizende Inhaltsstoffe wie Menthol, Minze, Eukalyptus, Zitrone oder SD/denaturierter Alkohol (problematisch, wenn sie am Anfang der Inhaltsstoffliste stehen)
  • Alles, was an der Haut zieht und zerrt. Hierzu gehören etwa Gesichtsmassagegeräte, Gesichtsübungen oder zu aggressives Rubbeln beim Abschminken mit bloßen Händen. Diese ziehenden und drückenden Bewegungen bauen Elastin ab, wodurch die Haut schneller erschlafft und älter aussieht.
  • Sobald du alle reizenden Faktoren verbannt hast, kannst du damit beginnen, eine sanfte Hautpflegeroutine zusammenzustellen.

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Quellen:
1. Photodermatology, Photoimmunology & Photomedicine, Mai 2020, S. 179-184
2. Dermatology Times, Juni 2015, S. 13-14
3. Experimental Dermatology, 2009, S. 704-711
4. American Journal of Clinical Dermatology, November 2013, S. 7-16
5. Dermatology Times, Juni 2015, S. 13-14
6. Journal of Drugs in Dermatology, Juni 2014, S. 61-65
7. Indian Journal of Dermatology, Oktober 2016, S. 487-495
8. The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, Juli 2017, S. 14-17
9. Phytochemistry Letters, September 2015, S. 35-40
10. British Journal of Dermatology, Februar 2019, S. 289-296
11. Skin Pharmacology and Physiology, Juni 2014, S. 311-315
12. International Journal of Women’s Dermatology, Februar 2019, S. 30-36
13. Dermatologic Therapy, Februar 2010, S. 48-60
14. Dermatologic Therapy, April 2004, S. 196-205
 

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